Die griechischen Vokabel-Crashtests haben dreierlei gezeigt: Erstens, dass der vom Klett-Verlag herausgegebene Grundwortschatz Griechisch sogar noch weitaus effizienter ist als es die Autoren selbst vermuten! Zum Zweiten wird deutlich, dass sich die Klett'sche Vokabelsammlung ganz offensichtlich an der klassischen Schullektüre orientiert: Entsprechend der Häufigkeit der im Unterricht gelesenen Originaltexte kommen die Philosophen und Geschichtsschreiber am besten weg, Homer und die Tragödiendichter werden schon etwas stiefmütterlicher behandelt, während die archaische Lyrik eigentlich nur noch der Vollständigkeit halber aufgenommen wurde, ohne dass ihr Aufbauwortschatz einen wirklichen Gewinn darstellt.

Zum dritten schließlich haben meine Crashtests gezeigt, dass die zu erwartenden und ja auch tatsächlich vorhandenen Vokabel-Schnittmengen zwischen den Aufbauwortschätzen nicht ausreichend gekennzeichnet sind: Es ist zwar naheliegend, dass die archaische Lyrik z.T. die gleichen Wörter benutzt hat wie Homer oder später die klassische Tragödiendichtung. Wenn aber diese drei Aufbauwortschätze thematisch getrennt sind in Poesie, Homer und Tragiker, würde man doch nicht im Traum auf die Idee kommen, eine Lektüreübung zu Homer oder Euripides mit dem Auffrischen des Poesie-Wortschatzes zu beleben.

In der unten stehenden Tabelle finden Sie die aufgerundeten Ergebnisse meiner griechischen Crashtests. Die erste Spalte gibt die in der Klett'schen Vokabelsammlung herausgegebenen Wortschätze in der für ein Griechisch-Studium wahrscheinlichsten Reihenfolge wieder. Die Zahlenangaben beschreiben die prozentuale Schnittmenge der in den jeweiligen Wortschätzen sowie in den Originaltexten vorkommenden Vokabeln. Der Übersichtlichkeit halber wurden die Ergebnisse des Grundwortschatzes grün hinterlegt, die der Themenwortschätze blau. Die rosa hinterlegten Felder schließlich stellen das jeweilige, vom Klett-Verlag in Aussicht gestellte spontane Textverständnis dar, das sich mit der Mischung aus Grundwortschatz, Themen- und Autorenwortschätzen erreichen lässt.

Im unteren Teil der Tabelle können Sie zudem eine Möglichkeit erkennen, wie sich die Vokabel-Schnittmengen sinnvoll nutzen lassen: Vorausgesetzt, Sie knüppeln sich die hier bereitgestellten Vokabel-Wortschätze nicht nur zu Prüfungszwecken in Ihr Kurzzeitgedächtnis, sondern frischen sie immer mal wieder auf, lässt sich die Effizienz der Themen- oder Autorenwortschätze (rosa hinterlegt) mit jedem neu gelernten Aufbauwortschatz optimieren, bis der maximale Idealwert (violett hinterlegt) erreicht ist. Und der kann sich wahrlich sehen lassen! Denn mit einem spontanen Textverständnis von über 90% können Sie die meisten antiken Literaten tatsächlich vom Blatt übersetzen.

Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse und allein schon, um stets im Training zu bleiben, sollten Sie jede Lektüre dazu nutzen neue, d.h. Ihnen unbekannte Vokabeln zu notieren und anschließend zu lernen. Wenn Ihnen die hier gebotene Form des Vokabellernens zusagt, können Sie diese mit Ihren eigenen Vokabeln fortsetzen. Alles was Sie dazu brauchen, ist das gleiche Handwerkszeug, mit dem ich auch meine hiesigen Vokabelpakete erstellt habe: Nämlich das Lernprogramm von Matthias Kraus oder eine spezielle Excell-Tabelle.

Wichtigstes Kriterium, damit diese beiden Möglichkeiten funktionieren, ist der Schriftsatz »Greek.ttf«, der sich in Ihrem Windows/Fonts-Verzeichnis befinden muss. Ein neues Vokabelmodul im Lernprogramm von Matthias Krauss zu erstellen, ist nicht sonderlich schwer. Wenn es Ihnen leicht fällt, sich in neue Programme hineinzudenken, brauchen Sie dazu keine Extra-Anleitung, weil sich das meiste aus der überschaubaren Programm-Oberfläche ergibt und Sie den Rest auch in der Programm-Hilfe nachlesen können. Sollten Sie damit dennoch Probleme haben, können Sie sich den unten links verlinkten Film auf YouTube ansehen, wo ich Ihnen das Erstellen eines neuen Lernmoduls Schritt für Schritt erkläre.

Um Ihre neuen Vokabeln im gleichen Karteikartensystem zu erfassen wie ich es Ihnen hier schon zum Download anbiete, brauchen Sie nur die unten mittig verlinkte Excell-Tabelle. Auch diese beinhaltet eine Fülle leicht verständlicher Erklärungen und Starthilfen. Für den Fall, dass Ihnen diese Hilfen nicht ausreichen, finden Sie in dem unten rechts verlinkten Film eine ebensolche Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Arbeit mit dem Excell-Programm. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Eroberung neuer Wissensgebiete und viel Erfolg beim Lernen!



Programm-Hilfe                   Excell-Tabelle (23 kb)                   Tabellen-Hilfe